Meldungen in der Gemeinde

So ist Kirche hier in der Gemeinde. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Kantatengottesdienste am Reformationstag

Das ist ein besonderes Erlebnis“

Ein feste Burg ist unser Gott: Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum mit Bachkantate

Zu einem besonderen Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum laden Superintendentin Susanne Briese und Kantor Karl-Heinz Voßmeier in die St.-Bartholomäus-Kirche nach Neuenkirchen und die Stadtkirche Rotenburg ein. Am Dienstag, 31. Oktober, um 10 Uhr (Neuenkirchen) und 17 Uhr (Rotenburg) führt die Stadtkantorei Rotenburg zusammen mit Gastsängern, Solisten und dem Barockorchester L'Arco aus Hannover die Kantate BWV 80 von Johann Sebastian Bach auf: „Ein feste Burg ist unser Gott“.

„Wir feiern an jenem Tag 500 Jahre Reformation, da ist diese Kantate einfach passend“, sagt Voßmeier, der für dieses musikalische Projekt interessierte Sängerinnen und Sänger eingeladen hat, das Werk gemeinsam mit der Stadtkantorei zu proben und aufzuführen. Ein Angebot, das gerne angenommen wurde.

Die Kantate basiert auf dem gleichnamigen bekannten Choral, den Martin Luther selbst komponiert hat. Als geübter Sänger und Lautenspieler hat der Reformator viele Psalmen umgedichtet und vertont, biblische Erzähllieder geschrieben und geistliche Kinderlieder verfasst. Vor der Reformation war das Singen und Musizieren im Gottesdienst verpönt. Somit wurden die Lieder Luthers und die seiner Anhänger ein Markenzeichen und eine der schärfsten Waffen der Reformation, denn seine Anhänger schmetterten ihre neuen Glaubenslieder sowohl in den Kirchen als auch auf den Straßen laut und selbstbewusst und entfalteten damit große Wirkung. Heinrich Heine hatte später Luthers Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ als die „Marseillaise der Reformation“ bezeichnet.

Johann Sebastian Bach, der 200 Jahre nach dem Reformator lebte, war überzeugter Lutheraner. Er hat viele seiner Texte vertont und brachte die reiche Tradition der Kirchenmusik im Protestantismus zu einem vollendeten Ausdruck. Die Choralkantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ enthält als primäre Textquelle alle vier Strophen des Lutherliedes. „Es thematisiert in Anlehnung an den Psalm 46 das Gottvertrauen“, sagt Susanne Briese, Superintendentin des Kirchenkreises Rotenburg, die nach dem Eingangsteil der Kantate die Predigt halten wird.

Das knapp 30-minütige Werk wird komplett von den Orgelemporen der beiden Kirchen aus aufgeführt. „Das ist eine größere Herausforderung“, sagt Voßmeier, denn das Stück wird von den Musikern mit barocken Instrumenten begleitet. Und die sind einen halben Ton tiefer gestimmt als die beiden Orgeln. Deshalb muss jeweils extra eine kleine Truhenorgel auf die Empore transportiert werden. Doch so bekommen die Besucher einen Gottesdienst geboten, wie er auch zu Bachs Zeiten stattgefunden hat. „Das ist ein besonderes Erlebnis und ich freue mich darauf“, sagt Briese.

Auch die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung „Using Luther – der benutzte Luther“ in Rotenburg werden die Gelegenheit bekommen, den Gottesdienst um 17 Uhr in der Stadtkirche zu besuchen. Die Ausstellung ist am Reformationstag von elf bis 16.45 Uhr geöffnet. „Wir schließen an diesem Tag ganz bewusst zu dieser krummen Uhrzeit, damit die Besucher Zeit genug haben, um noch zum Festgottesdienst in die Stadtkirche zu kommen“, sagt Ina Welzel vom Rudolf-Schäfer-Verein. Die Ausstellung ist noch bis Samstag, 18. November, im Rudolf-Schäfer-Haus, Große Straße 15, zu sehen.

DATUM

23. Oktober 2017

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Am 31. Oktober feiern die evangelischen Christen das Reformationsjubiläum
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