Das Altarbild

 

Das grausilberne Altarbild, eine Skulptur aus Muschelkalk auf ziegelroter Backsteinwand, zieht den Blick des Besuchers der Michaelskirche in seinen Bann.

Die Einzeldarstellungen in diesem Triptychon stehen in einem engen geschichtlichen Zusammenhang, wie bei Triptychen üblich.

 

Das Altarbild

 

 

Der Gekreutzigte in der Mitte als Herr mit erhobenen Armen. Seine offenen Hände vermitteln den Segen des Kreuzes an die Welt. Der Blick ist frei auf die Menschen gerichtet. Die goldenen Strahlen heben ihn aus der Skulptur heraus. Über seinem Haupt glänzt der goldene Schimmer des Göttlichen.

HOFFNUNG auf die Auferstehung und das ewige Leben strahlt dieser aus.

Auf der linken Seite erkennen wir einen Mann bei einer Frauengestalt mit edlem, madonnenhaften Gesicht. In tieferschreckter Haltung steht sie neben dem imaginären Kreuz. Tröstend wendet sich der Mann ihr zu. Mit beiden Armen umfängt er sie. Es sind Maria. die leibliche Mutter Jesu, und Johannes der "Lieblingsjünger" ihres Sohnes. Dieser nimmt Maria wie eine Mutter zu sich. Man hört das Jesuswort vom Kreuz: "Dies ist (nun) dein Sohn. Dies ist (nun) deine Mutter"

LIEBE stellt dieses Teilstück dar.

Das rechte Feld zeigt eine Einzelgestalt mit dem Gesicht eines Mannes, das in Form und Ausdruck dem in der Mitte gleicht. Es ist der römische Centurio, der "Hauptmann unter dem Kreuz". Er hatte die Exekusionen zu überwachen. Zu seinen Füssen ist ein Adlerkopf, das römische Feldzeichen, angedeutet. Mit seiner Linken weist er verhalten auf den soeben hingeschiedenen Mann in der Mitte, dessen Sterben Natur und Kreatur bewegte. Über seinem Haupt trägt auch er den Strahlenglanz der Gottesbeziehung, des GLAUBENS. Auch sein Blick ist auf die herumstehnden Menschen gerichtet. Er erkennt und bekennt laut:"Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn, dieser ist ein frommer Mensch gewesen."

Der Offizier hatte den grausamen Befehl der Hinrichtung gehorsam auszuführen. Er war sensibel und offen für das innere Geschehen, das die Welt bewegt. Er ist der erste "Heide" der unter dem Kreuz zur "Erkenntnis der Wahrheit", zum Glauben kommt. Grund genug ihn darzustellen.

GLAUBE, HOFFNUNG, LIEBE, diese drei blicken heischend auf uns im Altarbild der Michaelskirche.

BILDER (1)