Der Altarraum

 

 Der Altar ist stets der zentrale Ort der Kirche. Die Mensa, seine Platte, nimmt die Bibel und Sakramentsgerät auf. Der Altarraum ist die Stätte für Gebet und Segen.

Altäre waren ursprünglich erhöhte Opferstätten in Block- oder Tischform. Die Ablage der im Gotterdienst gesammelten Opfergaben auf unserem Altar lassen ihn als Opfertisch in Erinnerung bleiben. Das wird in der Michaelskirche liturgisch sinnvoll und schön praktiziert. Dank der Kollektanten! Auch die Gaben zum Erntedankfest am 1. Sonntag nach Michaelis gehören als Viktuale zum Altar.

Der Altarraum

 


Unser Tischaltar besteht aus einer schweren Muschelkalkplatte, die auf zwei massiven Seitenwangen ruht. Sie ist bedeckt mit einem nach beiden Seiten herabhängenden weißen Tuch aus Leinen. Das Antependium, also der kunstvoll gearbeitete Vorhang auf der Vorderseite, zeigt durch seine wechselnde liturgischen Farben die Zeit des Kirchenjahres an.

Ein Kreuz mit der Initiale J (Jesus) steht in der Mitte, flankiert von zwei Ständern mit brennenden Kerzen. Auch Schnittblumen als Symbol für die Auferstehung gehören dazu (Trennung von Blumenwurzeln und Blume). Das Kreuz will an den Opfertod Jesu erinnern, das Leinentuch an das leere Grab.( Der Gekreuzigte war in ein Leinentuch gehüllt gewesen.) Als "Zeichen" blieb es im leeren Grab zurück.

Wachskerzen waren in vorelektrischer Zeit zum Lesen der Texte in einer düsteren oder dunklen Kirche notwendig. Gleichwohl brachten sie auch stets der feiernden Gemeinde das "Ich bin das Licht der Welt" sinnenfällig nahe.

Ein guter Teppich führt über die Stufen zum Altar. Durch ihn solle die Stättte als "heilig", aus der "Welt" gesondert herausgehoben werden.

An jedem 1. Sonntag im Monat feiert die Gemeinde das heilige Abendmahl am "Tisch des Herrn". Dazu gehören 1.) Beichte mit Absolution, 2.) Abendmahlsempfang. In der Beichte spricht der Pastor das "allgemeine Sündenbekenntnis" für die Gemeinde. Die "Stille Zeit" dient dem Einzelnen zur Besinnung auf sein rechtes Verhältnis zu Gott und seinen Mitmenschen.

Die Absolution durch den Pastor, das ist der Zuspruch der Vergebung der Sünden, ist so wirksam, als hätte der HERR es selbst gesagt. Hat er ja auch: "Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sie erlassen", Jo 20,23. Die Absolution nehmen auch Menschen an, die aus mancherlei Gründen nicht zum Empfang der Sakraments zum Altar gehen. Für sie mag abgewandelt gelten: "Höret (schmeckt) und sehet, wie freundlich der HERR ist!" (Psalm 34,9)

Der Pastor segnet, konsekriert Brot und Wein mit den Zeichen des Kreuzes unter den Worten "Das ist mein Leib, das ist mein Blut" zum Gedächtnis an Jesu Mahl mit seinen Jüngern am Abend vor der Kreuzigung. "In, mit und unter" Brot und Wein ist Christus selbst gegenwärtig. Er bestätigt Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit bei gläubigem Empfang.

 

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Altar der Michaelskirche Rotenburg (Foto: Archiv der Michaelskirche)