Die Taufnische

 

In der Kunst wird der Taufstein samt Zubehör manchmal mit "Taufe" bezeichnet. Das Wort Taufe leitet sich von Tauchen ab. Wie Jesus im Jordan wurde der Täufling ganz untergetaucht und damit die Bedeutung vom Sterben im Wassergrab und Wiederauferstehen als "neuer Mensch"symbolisch, sakramental dargestellt.

Die Taufnische


Unser Taufstein steht in der Taufnische. Sie hat in der Decke eine runde Lichtkuppel. Die Nische ist das reduzierte Relikt einer Taufkapelle, wie sie die Lutheraner von ihrer katholischen Vorgänger-Kirche weithin übernommen haben. Der Taufstein mit seiner Kuppa, dem Taufbecken, steht direkt unter der Lichtkuppel. Von oben kam bei der Taufe Jesu die Taube mit dem Großvaterwort: Dies ist mein Lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!" Es wird berichtet, dass nur der Sohn das Wort vernommen habe.

Die Taufgemeinde umsteht den Taufstein in der Runde und nimmt mit dem Bekenntnis von Eltern und Paten - stellvertretend für das Kind - am sakramentalen Geschehen teil. Durch die Offenheit  des Raumes zum Kirchenschiff hin ist auch die Gesamtgemeinde an der heiligen Handlung beteiligt. Die juristische-gesellschaftliche Bedeutung dieser öffentlichen Handlung bedeutet die Aufnahme in die Gemeinde Christi und die Rechtsgröße Kirche.

Der kunstgeschmiedete Kerzenständer für die Osterkerze trägt das Kerzenlicht wie in uralten Zeiten, da man zum Lesen in der Kirche auf solches Licht angewiesen war. An der Osterkerze werden die Taufkerzen feierlich entzündet und den Paten/Eltern für den Täufling überreicht. So soll der Vorgang verpersönlicht werden.

BILDER (2)
Taufbecken Michaelskirche (Foto: A. Rieß)