Erntekrone und Weihnachtsstern

Am 1. Advent wird die Krone unversehens durch den helleuchtenden Stern mit den vielen Strahlen abgelöst. Als vielzackiger Stern von Bethlehem ist er von innen erleuchtet. Er tut kund: Jetzt ist Advent; bald kommt das Christfest.

In der Brüdergemeinde von Herrnhut in der Oberlausitz wurde diese Art in den letzten 100 Jahren entwickelt und hat weithin Eingang im christlichen Raum gefunden. Kirchen und Kindergärten, Gemeinde- und Krankenhäuser, Wohnungen und Werkskantinen schmückt der Stern in der "weihnachtlichen Zeit". In unserer Kirche bleibt er bis zum Epiphaniassonntag am Seil. Er ist Erinnerung an den Stern der Weisen, der Magier, der Heiligen Drei Könige. Der Stall mit der (Futter-) Krippe war wohl in einer Felsenhöhle.

Der Bethlehemsstern ist keine Fiktion. Schon der Astronom Johannes Keppler hat um 1600 berechnet, dass zwischen den Jahren 7 und 9 nach "Christi Geburt" die Sterne Jupiter  und Saturn in eine enge Konjunktion getreten waren. Neun Monate waren sie auf dem selben Längengrad einander so nahe gerückt, dass sie dem Beschauer wie ein großer Stern erschienen. Moderne Berechnungen haben ergeben, dass diese Konjunktion genau im Süden zu sehen war. Im Verlauf der Erdumdrehung neigte sie sich in den Abendstunden nach Südwesten. Und ebenso verläuft der acht Kilometer lange Weg von Jerusalem nach Bethlehem.

Der Jupiter galt zu Jesu Zeiten als Zeichen des Weltenherrschers, der Saturn als Zeichen des jüdischen Volkes. Die Sternkundigen deuten; Ein numinoser Weltenherrscher wird im jüdischen Volk geboren.

Der genaue Geburtstermin ist bis heute umstritten. Die Geburt fand zur Zeit Herodes´ des Großen statt. Dieser starb im Jahr 4 vor Christi Geburt. Also war Jesus spätestens zu diesem Zeitpunkt geboren. Das Geburtsjahr ist zwischen 7 und 4 vor "Christi Geburt" anzusetzen. Wie dem auch sei, einig sind sich alle Wissenschaftler mit den Gläubigen Christen: Jesus ist geboren und hat als historische Persönlichkeit bis etwa zum Jahr 30 n. Chr. gelebt.

Weihnachten wurde übrigens lange Zeit hindurch im Januar gefeiert. Erst im Jahre 345 einigte sich die westlich römische Christenheit auf den 25. Dezember. In den "orthodoxen"´ östlichen Kirchen feiert man noch heute Weihnachten am 6. Januar, unserem Epiphanias.

Der Weihnachtsstern und die Erntekrone

 

Die Epiphaniaslieder in unserem Gesangbuch haben das Phänomen des Sterns innig besungen. Hier ein neues von 1963, in dem der Stern astral und nicht übertragen vorkommt:

Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg,

führ uns zur Krippe hin, zeig, wo sie steht.

leuchte du uns voran, bis wir dort sind,

Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind.

 

Stern über Bethlehem, nun bleibst du stehn

und läßt uns alle das Wunder hier sehen,

das da geschehen, was niemand gedacht,

Stern über Bethlehem, in dieser Nacht.

 

Stern über Bethlehem, wir sind am Ziel,

denn dieser arme Stall birgt doch so viel!

Du hast uns hingeführt, wir danken dir,

Stern über Bethlehem, wir bleiben hier.

(A. H. Zoller)

BILDER (4)