Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Datum
Titel
Name
Do. 01.08.19
Monatsspruch August 2019
Monatsspruch
Monatsspruch August 2019

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Mt 10,7 (E)

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So. 14.07.19
Einer trage des anderen Last
Kathrin Frost
Einer trage des anderen Last

Nun sitze ich in meinem Büro. Nur noch wenige Tage bis zum Jahresurlaub. Mein Kalender hat sich tatsächlich geleert und ich habe Zeit, Aufgaben abzuschließen, über vergangene Veranstaltungen noch mal nachzudenken und auch ein paar neue zu planen.
Mein Schreibtisch ist schon recht gut aufgeräumt, und allmählich merke ich, wie sich nach und nach Entspannung breit macht. In diesem Jahr habe ich das geschafft, von vielen anderen Kollegen weiß ich, dass es bei denen noch sehr hektisch und mit vielen Terminen vor dem Urlaub zugeht.
Das 1. Halbjahr 2019 ist – gefühlt – wieder sehr schnell vergangen. Es gab viele Höhepunkte, die ich fröhlich und mit Motivation erleben konnte. Zum Glück war ich nie allein. Es gab immer ein Team, das mit vorbereitet und durchgeführt hat. Menschen, die an den Veranstaltungen mitgewirkt und teilgenommen haben und so viel Freude daran hatten.
Es ist so schön, wenn man merkt, was alles möglich ist, wenn mehrere Menschen gemeinsam etwas anpacken und erleben.

Nun sitze ich also in meinem Büro und freue mich über das, was geschafft ist, auf meinen bevorstehenden Urlaub und die zweite Jahreshälfte mit all ihren Herausforderungen.

Während ich diese Zeilen schreibe, schaue ich auf der Internetseite www.kirchenjahr-evangelisch.de welche Bibeltexte für den kommenden Sonntag dran sind. Und als Bibelvers für die kommende Woche lese ich Worte, die aus einem Brief von Paulus an eine der ersten Christengemeinden stammen. Worte, die so passend sind zu meinen gerade geschilderten Gedanken.
„Einer trage des anderen Last“: Gemeinsam unterwegs sein, gemeinsam die Aufgaben schaffen, den Weg finden und sich freuen, dass man gemeinsam Hindernisse und Aufgaben bewältigt kann.

So ist der Wochenspruch aus dem Galaterbrief für die kommende Woche – für mich – immer wieder praktisch erlebbar. Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie das in ihrem Alltag erleben.

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Kathrin Frost

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Sa. 01.06.19
Monatsspruch Juni 2019
Monatsspruch
Monatsspruch Juni 2019

Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.

Sprüche 16,24 

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Mi. 01.05.19
Es ist keiner wie du, und ist kein Gott…
Monatsspruch
Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir.

Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir. 2 Sam 7,22 (L)
 

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Mo. 01.04.19
Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei…
Monatsspruch
Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt 28,20 (L) 

 

Bisherige Predigten oder Andachten finden Sie unter:
https://www.kirche-rotenburg.de/leben-glauben/geistliche-impulse/andachten

 

 

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Di. 01.01.19
Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt…
Monatsspruch
Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken...

Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.

Gen 9,13 (L)

 

 

 

 

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So. 09.12.18
Macht hoch die Tür…
Hilke Bauermeister
Macht hoch die Tür…

Kennen Sie das Lied: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“? Unter der Nummer 1 steht es im evangelischen Gesangbuch. Darüber steht die Überschrift „Advent“.

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ - Eine merkwürdige Aufforderung, wenn man es mal recht bedenkt. Es gibt ja gute Gründe, warum man Tür und Tor verschlossen hält, gerade in der dunklen Jahreszeit. Es soll ja schließlich nichts wegkommen. Tür und Tor sind da zum Schutz für Hab und Gut.

Und nun gerade im dunklen Monat Dezember singen wir in den Kirchen „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ Was ist so anders im Advent, dass wir Tür und Tor aufmachen sollen, obwohl es draußen kalt und dunkel ist? Wo Tür und Tor offen stehen, da können sich Menschen versammeln. Da ist Begegnung möglich. Da trifft man sich. Hinter verschlossenen Türen bleibt man für sich. Jetzt denken Sie vielleicht: Das ist ja manchmal auch gut so. Es gibt vielleicht auch diesen oder jenen, den man gar nicht so gern sehen möchte, weil man schon vorher weiß: Es gibt nur Zank und Streit. Im Advent und zu Weihnachten gehen ja nicht automatisch alle Wünsche in Erfüllung. Nicht jeder Ärger verfliegt. Mancher Schmerz bleibt. Wir merken zu Weihnachten auch, was uns fehlt. Und Leere fühlt sich an den Feiertagen womöglich noch schlimmer an als sonst. Aber da ist Hoffnung, Hoffnung auf mehr! „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.“

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Hilke Bauermeister

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So. 11.11.18
Wie von Zauberhand
Ole Peyk
Wie von Zauberhand

Immer am Abend des 11. Novembers lag da wie von Zauberhand dieses kleine Tütchen, zugebunden mit einen goldenen Bändchen, auf meinem Kopfkissen. In jedem Jahr war das so, in dem ich als Kind und Jugendlicher noch zu Hause bei meinen Eltern lebte. Gefüllt mit ein wenig Schokolade, den ersten Marzipankartoffeln, Lebkuchenherzen und Pfefferkuchen. Für mich begann mit diesem kleinen Tütchen immer die dunkle, gemütliche und besinnliche Jahreszeit. Morgen ist wieder der 11. November und ich werde mich an diese Tradition meiner Familie und an den dazugehörigen Grund erinnern. Morgen ist St. Martin.

Mit diesem Tag werden viele unterschiedliche Bräuche verbunden. Die Martinsgans oder der Laternenumzug mit Liedern durch die Stadt oder das Dorf. Sie alle erinnern an den heiligen Martin von Tours und seine Geschichte. Die Geschichte, die in einer bitterkalten Nacht spielt, in der der damalige Soldat seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Dieses Ereignis veränderte das Leben von Martin grundlegend. Er ließ sich taufen, kündigte als Soldat und wurde Mönch. Diese Geschichte verbinde ich mit einem Vers aus der Bibel. „Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag.“ - (Sprüche, 3,27). Martin hatte damals als Soldat weder Geld noch Nahrung bei sich, um das ihn der Bettler anflehte. Lediglich seine Waffen und Soldatenkleidung. So gab Martin das, was er in diesem Moment konnte. Das, was seine Hand vermochte. Ein Teil des Mantels erhielt der Bettler, mit dem anderen wärmte er sich selbst. Jeder kann etwas geben. Die eine Hand etwas mehr als die andere. Aber alles ist ausreichend. Es ist die Tat an sich, die das Handeln wertvoll macht.

Es ist nur ein kleines Tütchen mit goldenem Bändchen gewesen. Verbunden mit der jährlich wie von Zauberhand wiederkehrenden Überraschung, mit dem St.-Martins-Tag und der Geschichte, hält es aber die Erinnerung wach, dass selbst Kleinigkeiten etwas bewirken und große Freude bereiten können. Amen.

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Ole Peyk

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Mo. 06.08.18
Sommer für die Seele
Hilke Bauermeister
Sommer für die Seele

Bis zum 8. August haben die Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen noch frei. Ferienzeit ist Urlaubszeit. Fahren Sie weg im Urlaub oder bleiben Sie zu Hause?

Was bedeutet eigentlich das Wort Urlaub? Im Wörterbuch steht, „Urlaub“ kommt von „Erlaubnis“. „Urlaub“ ist die „Erlaubnis, von der Berufsarbeit fernzubleiben“. Urlaub ist die Erlaubnis zum Ausspannen. Wer Urlaub hat, der darf für eine Weile aus dem Alltag aussteigen. Egal, ob man wegfährt oder zu Hause bleibt: Man kann sich all’ jenem widmen, was im täglichen Trott meistens unterbleibt: gemütlich frühstücken, ein gutes Buch lesen, lange Spaziergänge machen und nachdenken über sich und Gott und die Welt. – Sommer für die Seele hieße für mich, sich auch Zeit und Raum dafür zu gönnen, dem eigenen Dasein nachzuspüren: Die freie Zeit dafür nutzen, den Spuren nachzugehen, die Gott in unserem Leben hinterlassen hat. Da mag es Schönes und auch Schweres geben. Traurige Tage sind einem womöglich stärker im Gedächtnis als die schönen. Wir neigen schnell zum Vergessen. Das Schwere lässt vergessen, was es schon alles an Schönem und Gelungenem gab im Leben. In der Bibel heißt es: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2) Manchmal muss man einen Augenblick innehalten, um sich an die schönen Stunden zu erinnern. Manchmal muss man einen Moment überlegen, bis es einem einfällt, wie viel Glück und Wohlergehen es für uns schon gab – trotz so mancher schweren Stunde. Dass Ihnen vieles einfällt, was Sie froh stimmt, und wofür Sie Gott danken mögen, wünsche ich Ihnen für Ihre Augenblicke des Innehaltens.

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Hilke Bauermeister

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Fr. 01.06.18
Vergesst die Gastfreundschaft nicht
Monatsspruch
Vergesst die Gastfreundschaft nicht

Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt. Hebr 13,2

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So. 01.04.18
Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch!
Monatsspruch
Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch!

Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Joh.10,21 

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Do. 01.03.18
Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht!
Monatsspruch
Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht!

Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht!
Joh 19,30 

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Do. 01.02.18
Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem…
Monatsspruch
Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde

Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.
Dtn 30,14 

 

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Mo. 01.01.18
Der siebte Tag ist ein Ruhetag,
Monatsspruch
Der siebte Tag ist ein Ruhetag,

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht.An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh und dein Fremder in deinen Toren. Dtn 5,14 

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So. 24.12.17
Do they know, it‘s Christmas?
Dr. Matthias Wilke
Do they know, it‘s Christmas?

Hunderttausende von Kindern sind mit ihren Familien auf der Flucht. Seit dem Sommer hat sich die Lage der Rohingya in Myanmar dramatisch verschlechtert. Dörfer wurden verwüstet und in Brand gesteckt, die Gewalt eskalierte. Völlig entkräftet von tagelangen Fußmärschen und traumatisiert durch die schrecklichen Erlebnisse haben die Familien ihr Land verlassen. Und dort, wo sie jetzt sind, sind die Lager überfüllt, es fehlt an Nahrung, Wasser und sanitären Einrichtungen.

Mir rücken diese Ereignisse nahe. Wir bereiten uns auf Weihnachten vor, das Fest des Friedens und der Freude, und wissen andererseits, dass Menschen leiden und hungern. „Do they know, it`s Christmas?“ 1984 hat diese Frage schon einmal sehr bewegt angesichts der Hungerkatastrophe in Äthiopien. Bedeutende Musiker wollten helfen. Als „Band Aid“ traten sie zugunsten der Hungerhilfe auf mit dem Titel „Do they know it's Christmas?“ Er hatte einen enormen Erfolg. Millionenbeträge konnten an die Äthiopien-Hilfe überwiesen werden. Und der Text des Liedes drückt aus, was ich jetzt zu Weihnachten empfinde:

“It's Christmas time, and there's no need to be afraid…,” heißt es darin. “Es ist Weihnachten. Man muss jetzt keine Angst haben.“ Aber in den Flüchtlingslagern haben Menschen Angst um das Leben ihrer Kinder, um ihr eigenes Leben auch. „Das einzige Wasser, das da fließt, sind bittere Tränen“, heißt es im Liedtext, und – „feed the world“ – kümmere dich darum, dass die Menschen dort nicht verhungern müssen – „and let them know, it´s christmas time“ und lass sie spüren, dass Weihnachten ist.

Lass sie wissen, dass Weihnachten ist. Weihnachten fängt an, wo Hoffnung aufkeimt. Wo man einander hilft. Ich bin dankbar, dass wir nicht ohnmächtig zusehen müssen. Hilfsorganisationen wie die Diakoniekatastrophenhilfe stellen Hilfen bereit. Auch aus Spenden, die wir zusammentragen. Jesus sagt: „Wahrlich, was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“

 

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Dr. Matthias Wilke

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So. 10.12.17
Weihnachten ist mehr als das, was in den…
Hilke Bauermeister
Weihnachten ist mehr als das, was in den Häusern passiert

Morgen ist der 2. Advent. Die Weihnachtstage kommen immer näher. Wie geht es Ihnen, wenn Sie an Weihnachten denken? Haben Sie noch die Weihnachtsfeste Ihrer Kindheit vor Augen? Den schön geschmückten Tannenbaum? Das Festessen mit der Familie? Oder haben Sie ganz andere Erinnerungen? Weniger schöne? – Neulich hörte ich einen Werbespruch: „Gut essen – weniger streiten.“ Der erinnerte mich daran, dass es an Weihnachten auch mal hoch her gehen kann. Nicht jede Familienfeier verläuft harmonisch. Wer schon mal so einen richtig großen Zank zu Weihnachten erlebt hat, der sieht den Feiertagen vielleicht eher mit gemischten Gefühlen entgegen. Schon im Advent mischt sich in die Vorfreude ein wenig Kummer. Schaffen wir’s dies‘ Jahr, mal nicht zu streiten? Hoffentlich bleibt’s ruhig unterm Weihnachtsbaum.

Im Evangelischen Gesangbuch gibt es ein Lied, das mir so vorkommt, als sei es geschrieben für alle, die im Advent Kummer quält. Es stammt aus dem Jahr 1938. Jochen Klepper schrieb es in der Zeit des Nationalsozialismus, als er mit seiner Familie Verfolgung litt: „Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern! Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.“ (Ev. Gesangbuch, Nr. 16). Sei es auch, dass man mit kummervollen Augen den Feiertagen entgegensieht: Weihnachten ist mehr als das, was in den Häusern passiert. Weihnachten ist das Versprechen, dass es mit uns allen einmal ein gutes Ende nehmen wird. Gott hält’s in Händen, wird alles wenden. Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.

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Hilke Bauermeister

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Mo. 16.10.17
„Kernige Kanzelreden zu Sprüchen von Martin…
Landesbischof Ralf M…
„Kernige Kanzelreden zu Sprüchen von Martin Luther: Dem Volk aufs Maul geschaut“

„Kernige Kanzelreden zu Sprüchen von Martin Luther: Dem Volk aufs Maul geschaut“
- Es gilt das gesprochene Wort -

 
"Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein
Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan."
Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserm Vater und unserm Herrn Jesus Christus.

Amen.

 
Liebe Gemeinde,
ich bin so frei! Es ist eine höfliche Floskel, wenn wir sagen: Ich bin so frei! Wenn uns jemand ein
Getränk oder ein Gebäck anbietet, greifen wir zu und sagen: Ich bin so frei. Ich erlaube mir,
dieses Angebot anzunehmen. Ohne Hemmungen, ohne Scheu.
Ich bin so frei. Das kann man auch als eine Aussage über das Lebensgefühl vieler Menschen
unserer Zeit verstehen. Ich bin so frei – ich kann reden ohne Zensur und ohne Verbote. Das ist in
vielen Ländern anders, wir erleben es gerade im Blick auf die Türkei. Wir sind so frei. Viele
Lebensstile sind möglich und erlaubt. Meinungen werden offen und ungestraft ausgetauscht und
- wenn es gut läuft - gegeneinander abgewogen. Vieles geht.
Ich bin so frei. Das gilt auch und in besonderer Weise für das weite Feld der Religion. Vorbei die
Zeit, als die Landesherren festlegen konnten, welche Religion ihre Untertanen haben mussten.
Vorbei auch die Zeit, als es zum Anstand gehörte, einer christlichen Kirche anzugehören. Heute
ist es nicht mehr ungewöhnlich, wenn jemand keiner Kirche an-gehört oder einer anderen
Religion. Religionsfreiheit meint eben auch die Freiheit, ohne Religion zu leben.
Leben wir also in einer durch und durch freien Gesellschaft? Führt eine freiheitlich-demokratische
Grundordnung unseres Landes dazu, dass Menschen frei sind, frei von allen Einschränkungen,
Vorschriften und Regeln?
Es ist nicht so weit her mit der Freiheit, wie es auf den ersten Blick scheint. Natürlich können wir
nicht alles tun und lassen, was wir wollen. Gott sei es gedankt. Wir haben Gesetze,
Verkehrsregeln, pflegen den guten Umgang, in dem sich manches nicht gehört. Wir sind so frei –
oder auch nicht. Freiheit ist etwas sehr Wertvolles – aber sie hat auch ihre Grenzen. Und diese
Grenzen liegen nicht nur in Gesetzen und Regeln, sondern bestimmen sich schon aus der
Endlichkeit des menschlichen Lebens und seiner Verstrickung in der Welt.
Das Thema der Freiheit ist ein brennendes Thema des Menschen durch alle Jahrhunderte
gewesen. Und vor einem halben Jahrtausend war Freiheit Martin Luthers große theologische
Entdeckung. Bis zu seinem Thesenanschlag 1517 hieß er noch Martin Luder. Danach nannte er
sich Luther. Klingt besser als Luder, das ja in der deutschen Sprache nichts Gutes bedeutet. Vor
allem aber klang „Luther“ an das griechische Wort „Eleutheria“ an, auf Deutsch: Freiheit. Sein
neuer Name war für ihn Programm. Freiheit war sein größtes Thema. „Ein Christenmensch ist ein
freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht
aller Dinge und jedermann untertan.“ Mit dieser komplett widersprüchlichen These beginnt
Martin Luther 1920 seine berühmte Schrift: „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Luther
meinte damit allerdings nicht Freiheit im heutigen politischen Sinne und erst recht nicht eine von
allem losgelöste Freiheit nach dem Motto „Freie Fahrt für freie Bürger“. Er wusste sein Gewissen
gebunden an das Wort Gottes - „durch die Worte Gottes gefangen“, wie er sagte. Aber er
drückte damit seine feste Überzeugung aus, dass weltliche Macht ihre Grenzen an eben diesem
Gewissen findet, durch das er selbst sich unmittelbar vor Gott gestellt sah.
Freier Herr und dienstbarer Knecht. Das evangelische Freiheitsverständnis hat immer dieses
Zugleich einer Freiheit von etwas und einer Freiheit für etwas zusammengedacht. Und eines allein
hilft auch nicht. Wir können frei sein von politischer Unterdrückung und doch gefangen blieben.
Wir können frei werden von der Versklavung durch falsche Selbstbilder und dennoch mit dieser
Freiheit nichts anzufangen wissen. Manchmal frage ich mich rätselnd beim Blick auf eine
Generation wie meine Kinder, die in der größtmöglichen Freiheit, auch von Konventionen,
aufgewachsen sind, wie sie unfrei sind und sich sehnen nach einer Bindung dieser Freiheit. Ein
mit sich selbst alleingelassener Mensch bleibt in sich gefangen, weil er nicht anders kann, als sein
Ich zum Mittelpunkt der Welt zu machen. Martin Luther sprach einmal auch als Bild für die
Gefangenschaft von dem „in sich verkrümmten Menschen“, in curvatus se. Manchmal kommen
mir die Menschen, die nach vorn gebeugt, also verkrümmt, über dem Handybildschirm sitzen
oder gehen, als „in sich verkrümmt“ vor. Wir sind gefangen und glauben doch, wir wären
unendlich frei. Welche Illusion. Wir haben jüngst in einer kleinen Gruppe mit Kollegen uns selbst
diese Frage gestellt: Von was möchtest du eigentlich frei sein? Und für was möchtest du
eigentlich frei werden. Ganz erstaunliche persönliche Sätze hörten wir voneinander. Frei von der
Angst vor dem Tod, frei von der Sorge, meinem Dienst nicht zu genügen. Frei für die tolle
Urlaubsreise, die ich schon immer machen wollte, frei, endlich einmal dem Freund die Wahrheit
zu sagen.
Ein Mensch, der diese Freiheit nicht hat, lebt im Hausarrest in sich selbst. Diese Freiheit nach
evangelischem Verständnis ist die Freiheit davor, sich selbst zu verabsolutieren. Und in dieser
Freiheit ist auch die Freiheit von allen anderen Herren und Geistern eingeschlossen, die in dieser
Welt die Herrschaft beanspruchen über die Seele eines Christenmenschen. Woran hängst du dein
Herz? Weder Mächtige noch Konsum, weder leichte Erfolge noch große Erbschaften, weder
ideologische Mächte noch finstere Kreaturen dürfen oder sollen Macht haben können über das
Gewissen eines freien Christenmenschen. (Oh, wie lange wäre die Liste, von den Dingen von
denen ich wirklich befreit werden möchte)
Zugleich aber ist diese Freiheit von allen "Herrschern, Mächten und Gewalten" eine bindende
Freiheit. Sie ist Freiheit zur Verantwortung. Für Martin Luther war es die Freiheit für den Dienst
am Nächsten, die den Christenmenschen auszeichnet. Freiheit für die Zuwendung zu
demjenigen, der mich braucht, der meine Hilfe, meine Solidarität, aber auch mein Gebet braucht.
Dem Nächsten und seiner Not gegenüber bin ich in aller Freiheit ein "dienstbarer Knecht". Diese
Freiheit hat sich ganz konkret im Alltag ausgewirkt, sie ist eingeflossen in ein Berufsverständnis,
das den weltlichen Beruf nicht zu einer abgewerteten Lebensform gegenüber einem frommen
mönchischen Leben versteht, sondern das den Beruf als den Ort ansieht, an dem der
Christenmensch seinen Dienst am Nächsten erfüllt. An Gott gebundene Freiheit - das ist das
Manifest der Reformation. Dieser Ruf ist nie wieder verstummt, er ist die treibende Kraft von
Reformen und Revolutionen und auch der friedlichen Veränderungen bis in unsere heutige Zeit.
Doch es scheint mir in unserem protestantischen Herz in Vergessenheit zu geraten, dass wir nicht
nur Kinder des Lichts sind. Wir sind, wie es Luther sagt, Sünder und Gerechte zugleich. Wir
gehen mit unseren Laternen der Hilfsbereitschaft und der Tröstung durch diese Welt genauso wie
mit unserem ungerechten Handeln, unserem Machtbewusstsein und unserer Gnadenlosigkeit.
Wir sind Sünder und gerecht zugleich. Wir wollen doch nur Recht haben. Wir leben nicht aus der
Rechtfertigung.
Und so frage ich mich: Kann es sein, dass wir die reformatorische Freiheit genutzt haben, um
möglichst ohne Bindungen als Kinder des Lichts zu leben, die von der Dunkelheit nichts mehr
wissen wollen? Kann es sein, dass wir den christlichen Glauben damit seiner Ernsthaftigkeit und
seiner Kraft beraubt haben, weil wir ihm selbst zu wenig zutrauen? Unser fast triebhaftes
Bedürfnis nach Freiheit gründet ja darin, dass wir uns vollständig dem Joch der Unterwerfung
entziehen wollen. Und was vor einigen Jahrhunderten noch eine Phantasie war, das scheint
durch die Technik und den Wohlfahrtsstaat heute möglich zu werden. Und sich sage: Ach herrje,
manche der Befreiungen gehen mir inzwischen zu weit. Es ist ja Mode geworden, alle möglichen
Zustände als Konstrukt, als soziale Konstrukte zu bezeichnen. Die Gesellschaft hat also befördert,
ja konstruiert, was heute gilt. Unter dem Wort des Konstrukts ist die Kindheit entstanden, das
Frauenbild, das Geschlecht, die Familie, ja die Wirklichkeit. Warum, frage ich mich, ist mein Leben
nicht zuerst eine Wirklichkeit im Angesicht dessen, der mein Leben erschuf?
Was kann unser Glaube in der Spannung zwischen Licht und Finsternis heute verwandeln?
„Reformation heißt, die Welt zu hinterfragen“ ist der Slogan für die Feierlichkeiten in
Wittenberg. Den Satz fand ich so gut, den habe ich auf mein Auto geklebt. Ist es heute noch
möglich, so zu glauben, dass der christliche Glaube die Welt verändern kann? Dass Menschen
gesund werden, dass Kriege ein Ende finden, dass die Verwundungen, die uns das Leben täglich
zufügt, geheilt werden? In einer Kirche ist diese Frage für mich rhetorisch. Natürlich ist es
möglich! Aber ... es geschieht so selten.
Wer geht denn von uns hin und glaubt? Glaubt daran, dass dieses Leben besser wird? Wer
glaubt, gegen allen Anschein, im privaten wie im öffentlichen, dass diese Welt sich verändert?
Wer geht hin und glaubt, dass man selbst seinem Feinde verzeihen kann und so die Spirale von
Gewalt durchbricht?
Wer geht hin und glaubt, dass auch ein Leben mit weniger ein glückliches sein kann? Mit
weniger Ansehen und weniger Reichtum. Mit weniger Eitelkeit und weniger Macht. Wer geht hin
und hinterfragt seine eigene Welt - in aller Freiheit?
Für den Erfolg der Reformation war es entscheidend, dass die Menschen nicht in Finsternissen
verharrten und ihren Glauben verloren haben, sondern diesem Glauben in Christus Jesus eine
unglaubliche Kraft zutrauten. Die Menschen damals verloren mit den Reformen nicht ihr
Glaubensfundament. Im Gegenteil, sie erhielten einen neuen Weg, ihren Glauben leben zu
können. Ohne kirchliche Bevormundung. Die Beziehung zu Gott wurde wieder freigelegt. Man
kam näher an Gott heran. Das Fundament des Glaubens wurde neu gegründet.
Und dieses Fundament gab die Freiheit auch ganz andere Wege zu gehen als bisher: neue soziale
Verantwortung in der Armenfürsorge, ein Bildungsanspruch für alle und eine Neuorganisation
der Kirche aus theologischen Gründen. In dieser Freiheit des Glaubens stehen wir bis heute.
Und was eine solche Freiheit bewegen kann, ist selten so eindrücklich bewiesen worden wie in
der Zeit der Reformation selbst. Wenn wir anschauen, wie in den wenigen Jahren der
Reformation Niedersachsen beeinflusst hat, kann man nur staunen. Heute Morgen war ich in
Hullersen, einem kleinen Ort bei Einbeck. Hullersen gilt als einer der Orte, in denen die
Reformation in Niedersachsen als erstes Fuß fasste. Nur fünf Jahre nach dem Thesenanschlag
Martin Luthers in Wittenberg hielt Pfarrer Ebbrecht, ein ehemaliger Augustinermöch, in Hullersen
schon evangelische Gottesdienste. Ob Schulwesen oder Klöster, ob Armenfürsorge oder
Priesterschaft, in wenigen Jahren wurden mit Hilfe der Kirchenordnung von Johannes
Bugenhagen Reformen durchgesetzt, die das Zusammenleben der Menschen völlig neu ordneten
und zugleich das Verhältnis zum Rat der Stadt veränderten. Manchmal wünsche ich mir beim
Blick auf das Reformtempo in Staat und Kirche ein bisschen von dieser Dynamik zurück.
„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein
Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Das heißt auch:
Ein protestantisches Herz kann sich die Freiheit nehmen, nicht absolut zu sein. Damit sind wir von
der Last der Einzigartigkeit befreit. Das ist zugleich der Lebensraum für andere; für andere
Meinungen, andere Wahrheiten, andere Lebensentwürfe, andere Hoffnungen. Ich bin einer unter
vielen. Das drückt nicht meinen Mangel und meine Geringfügigkeit aus. Sondern protestantische
Freiheit, die nicht beliebig ist. Ein freies protestantisches Herz hält fest an der mutigen
Überzeugung, dass sich mit dem Glauben an Jesus Christus nicht nur das eigene Leben
verändert, sondern diese Welt ein anderes Antlitz erhält. Protestantische Freiheit bindet sich.
Bindet sich an Gottes Gnade, an Jesus Christus, an den Glauben, an die Bibel. Das war und ist
der Motor der Reformation, auch über das Jubiläumsjahr 2017 hinaus.
Amen

 

Predigt in der St. Peter und Paul Kirche Bisperode
25. Juni 2017, 17.00 Uhr

Quelle: https://landesbischof.wir-e.de/predigten

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Mo. 07.08.17
Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum…
Monatsspruch
Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein. Apg 26,22

Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein. Apg 26,22 

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Sa. 01.07.17
Ich bete darum, dass eure Liebe
Monatsspruch
Ich bete darum, dass eure Liebe

Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde anErkenntnis und aller Erfahrung. Phil 1,9 

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Mo. 01.05.17
Eure Rede sei allezeit freundlich und mit…
Monatsspruch
Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt. Kol 4,6

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt. Kol 4,6

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